Kein Greenwashing in der Betriebskantine: Wie gelingt EmpCo-konforme Gästekommunikation?
Um sich über diese Frage und die Anforderungen der neuen EU-EmpCo-Richtlinie an die Gästekommunikation auszutauschen, trafen sich Expert:innen und Praktiker:innen der Kommunikationswissenschaft, Betriebsgastronomie und Gemeinschaftsverpflegung am 28. Oktober 2026 digital im Rahmen des Kantinenprogramms NRW.

Unter der Leitfrage „Welche Umweltaussagen dürfen wir noch treffen, was müssen wir belegen?“ begrüßten Katrin Scholtyssek (Projektleitung Kantinenprogramm NRW) und Giulia Nentwig (a’verdis) die Teilnehmenden. Ziel der Veranstaltung war es, Orientierung im Umgang mit neuen gesetzlichen Vorgaben zu bieten, um ungewolltes Greenwashing auf Speiseplänen, Aufstellern und Websites zu vermeiden und gleichzeitig die eigenen Nachhaltigkeitsleistungen weiterhin sichtbar zu machen.
Zum Einstieg verdeutlichte Rainer Roehl (a’verdis), welchen enormen Hebel der Außer-Haus-Verzehr für Klima und Artenvielfalt hat und wie sich gastronomische Nachhaltigkeit über konkrete Daten, CO₂-Bilanzen oder anerkannte Zertifikate messen und sichtbar machen lässt. Darauf aufbauend zeigte Dr. Nele Schneidereit (Senior Associate Kommunikation, Momentum Novum GmbH), was die EmpCo-Richtlinie konkret für Einrichtungen bedeutet: Da allgemeine Begriffe wie „klimafreundlich“ oder „nachhaltig“ sowie eigene grüne Symbole und Siegel ohne belastbaren Beleg nicht mehr zulässig sind, gelte es, Aussagen präzise am Gericht oder der Lieferkette festzumachen – etwa durch transparente Herkunftsangaben (z. B. ein definierter Regional-Radius in Kilometern) und leicht zugängliche Nachweise per Fußnote oder QR-Code. Statt ganz auf Nachhaltigkeitskommunikation zu verzichten, biete die Richtlinie eine echte Chance, durch ehrliches Storytelling über das Küchenteam und die Erzeugerbetriebe das Vertrauen bei den Tischgästen zu stärken.
Im anschließenden Praxis-Talk wurde gemeinsam mit zwei Praktikerinnen aus den Bereichen Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagement darüber gesprochen, wie sich die Vorgaben im Küchenalltag umsetzen lassen. Ein zentraler Diskussionspunkt war dabei die Übertragbarkeit auf kleinere Unternehmen und eigenständige Betriebskantinen, wie etwa Pächterbetriebe. Da diese im Gegensatz zu großen Systemgastronomen oder Caterern meist keine eigene Marketing-, Qualitätsmanagement- oder Rechtsabteilung im Rücken haben, stellt die Prüfung und Dokumentation von Aussagen dort eine besondere Herausforderung dar. Doch auch für kleinere Strukturen zeigten sich im Austausch pragmatische Lösungswege: Wer im ersten Schritt pauschale „Red-Flag“-Begriffe streicht, sich auf wenige, leicht belegbare Kernbotschaften konzentriert oder digitale Prüf- und KI-Tools zur Unterstützung nutzt, kann die Anforderungen auch mit kleinem Team gut bewältigen. Die Veranstaltung bot damit nicht nur eine wertvolle Orientierung für die Praxis, sondern machte vor allem Mut, Nachhaltigkeitsleistungen auch künftig transparent, nachvollziehbar und glaubwürdig zu kommunizieren.
Sind Sie an weiteren Informationen für eine EmpCo-konforme Gästekommunikation in ihrem Betrieb interessiert? Dann schauen Sie wieder bei uns vorbei. Wir werden in den kommenden Wochen Informationen zur konkreten Umsetzung auf unserer Website zur Verfügung stellen.
