Regional beschaffen – aber wie? Infos und Anlaufstellen im Überblick

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Regional einkaufen ist ökologisch sinnvoll, es stärkt die regionale Wirtschaft und schafft Bewusstsein für heimische Lebensmittel. Auf dieser Seite finden Sie Informationen und Anlaufstellen, die Sie bei der Beschaffung regionaler Produkte unterstützen können.
Lauch und Möhren

Die Bevorzugung regionaler Lebensmittel bietet die große Chance der Vermittlung von Zusammenhängen zum Nahrungskreislauf, zur Herkunft der Lebensmittel, zum Klimaschutz und zur Fruchtvielfalt im Verlauf der Jahreszeiten. Bevorzugen Sie Lebensmittel aus einem nahen und geografisch abgrenzbaren Raum und bieten Sie immer mal wieder typisch regionale Spezialitäten an, deren Rezeptur einen Bezug zur Region hat.

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Links zu Plattformen und Informationsstellen 

Die Mahlzeitenmacher

Die Mahlzeitenmacher“ ist eine Netzwerkplattform des Ernährung-NRW e. V. für mehr Regionalität in der Außer-Haus-Verpflegung. Auf der digitalen Plattform können sich Erzeuger-, Produktions-, Verarbeitungs- sowie Logistikbetriebe mit Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung aus der Region kostenfrei vernetzen und Kooperationen schließen.

Öko-Modellregionen NRW

Die fünf Öko-Modellregionen (ÖMR) in NRW fördern den ökologischen Landbau entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Feld bis zum Teller. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Einsatz von bioregionalen Produkten in der Außer-Haus-Verpflegung. Durch gezielte Maßnahmen und enge Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren werden regionale Vermarktungsstrukturen gestärkt und der Einsatz regionaler Bio-Produkte erhöht.

FoodConnectRuhr

Das Projekt „FoodConnectRuhr“ setzt sich für den Aufbau und die Verstetigung eines tragfähigen regionalen Netzwerks im Ruhrgebiet ein, bei dem alle relevanten Akteure entlang der Wertschöpfungskette zusammengeführt werden. Durch Netzwerkveranstaltungen, Dialogformate, Beratungsangebote und den Aufbau einer Netzwerkkarte wird ein kontinuierlicher Austausch ermöglicht. FoodConnectRuhr ist Teil des "Modellregionenwettbewerbs - Besser essen in der Region", gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).

Landesverband Regionalbewegung NRW e.V.

Der Landesverband Regionalbewegung NRW e.V. vernetzt Menschen, Initiativen und Institutionen, die sich für eine zukunftsfähige Land- und Ernährungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen einsetzen. Das Ziel: regionale Wirtschaftskreisläufe stärken und nachhaltige Strukturen fördern – von der Landwirtschaft bis in die Stadt. Zu den Angeboten der Regionalbewegung gehört die REGIOapp zur Suche nach regionalen Erzeugnissen und Betrieben sowie das REGIOportal als Online-Plattform für Regionalinitiativen.

Info-Portal der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Das Informationsportal www.oekolandbau.de der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bietet ein breit gefächertes Informationsangebot entlang der ökologischen Wertschöpfungskette. Darunter finden Sie eine Übersicht ausgewählter Anbieter:innen von Bioprodukten für die Außer-Haus-Verpflegung.

KIRA

Das Projekt „Konzeption und Initiierung eines nachhaltigen Regionalversorgungsnetzwerks für die Außer-Haus-Verpflegung in der Metropolregion Rheinland“ (KIRA) entwickelt ein regionales Versorgungsnetz, das landwirtschaftliche Betriebe und Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung miteinander verbindet. Ziel ist es, ein auf andere Regionen übertragbares Modell für eine zukunftsfähige biologische und regionale Lebensmittelversorgung zu schaffen. KIRA ist Teil des "Modellregionenwettbewerbs - Besser essen in der Region", gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). 

Bürgeraktiengesellschaft Regionalwert AGs

Die Regionalwert AGs sind gemeinwohlorientierte Bürgeraktiengesellschaften, die eine enkeltaugliche Land- und Ernährungswirtschaft ausbauen und somit die regionale Ernährungs-Resilienz erhöhen wollen. Das Kapital aus den Aktienverkäufen wird gezielt in regionale nachhaltig wirtschaftende Betriebe investiert. Die Regionalwert-Leistungsrechnung misst, bewertet und monetarisiert die multifunktionalen Gemeinwohlleistungen der Landwirtschaft und schafft so eine wichtige Grundlage für deren gesellschaftliche Entlohnung. Dies ist eine zentrale Voraussetzung für wirklich zukunftsfähige, solidarische Ernährungsregionen. In NRW sind die Regionalwert AG Rheinland und die Regionalwert AG Münsterland aktiv.


Was heißt „Aus der Region“?

Der Begriff „Aus der Region“ kann je nach Produkt und Jahreszeit unterschiedlich interpretiert werden. Beispielsweise könnten Erdbeeren aus dem Rheinland oder Äpfel aus Deutschland als regional betrachtet werden. Eine feste Kilometerzahl als Definition für Regionalität ist jedoch nicht sinnvoll und es existiert bisher keine eindeutige gesetzliche Festlegung.

Studien zeigen, dass Verbraucher:innen unter „Region“ in der Regel entweder den Großraum um ihre Stadt oder ihr Bundesland verstehen. In Deutschland gibt es verschiedene Konzepte und Initiativen, die regionale Produkte bewerben, wie beispielsweise regionale Direktvermarktung, länderspezifische Regionalvermarktung oder das Regionalmarketing für „Lebensmittel aus Deutschland“. Es gibt jedoch kaum Möglichkeiten für Verbraucher:innen, die Herkunft der Produkte zu überprüfen.

So kann es vorkommen, dass das Gemüse vom heimischen Wochenmarkt tatsächlich vom Großmarkt stammt, der auch überregional Ware bezieht. Lediglich das Ursprungsland muss angegeben werden, nicht jedoch die genaue Herkunft der Produkte. Ähnlich kann auch Milch „aus der Heimat“ von Kühen stammen, die in Wirklichkeit fern von dieser Heimat leben.

Netzwerk regionaler Lieferbetriebe aufbauen

Der Einsatz regionaler Lebensmittel erfordert Organisationstalent und Zeit beim Einkauf sowie beim Aufbau eines Netzwerks von regionalen Lieferbetrieben. Dieser Mehraufwand kann anfangs zu höheren Kosten führen, die jedoch durch Preisvorteile vor allem in Haupterntezeiten und durch eine flexible Speiseplanung kompensiert werden können.

In den Monaten von Mai bis Oktober ist das Angebot an regional erzeugtem Obst und Gemüse relativ vielfältig, während es von November bis April vor allem bei Obst schwieriger ist. Preislich attraktiv sind vor allem Äpfel, Kartoffeln und viele Kohlsorten im Winterhalbjahr. Dies erfordert Kreativität bei den Rezepturen, attraktive Angebote und eine begleitende Ernährungsbildung.

Regionalität bei Ausschreibung und Vergabe

Bei der Ausschreibung und Vergabe von Verpflegungsdienstleistungen verbieten vergaberechtliche Vorschriften die Bevorzugung regionaler Unternehmen. Das Vergaberecht schreibt allgemeine Grundsätze des EG-Vertrages zur Marktöffnung wie Wettbewerb, Gleichbehandlung und Transparenz vor. Es gibt demnach europaweit keine geschlossenen Märkte, sodass bei der Vergabe von Verpflegungsleistungen regionale Bezugsquellen mit überregionalen Bezugsquellen gleichzustellen sind. Bei Vergabeverfahren können öffentliche Auftraggeber zur Verringerung von Umweltauswirkungen aber saisongebundene Obst- oder Gemüsearten einfordern. In der Leistungsbeschreibung sollte hierzu ein entsprechender Saisonkalender beigefügt werden. In diesem Sinne lassen sich aufgrund des Leistungsbestimmungsrechts regionale Produkte einsetzen. Eine strikte Festlegung auf regionale Sorten und Produkte würde aber der Produktneutralität widersprechen.

Fragen Sie nach!

Bei regional ansässigen Verpflegungsanbietenden sollten Sie nicht automatisch voraussetzen, dass diese ihre Rohwaren auch tatsächlich regional beziehen. Fragen Sie Ihre Lieferbetriebe oder Catering-Unternehmen konkret nach der Herkunft einzelner Rohwaren, wenn mit einem regionalen Angebot geworben wird.


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